Tagaktiv vs. Nachtaktiv – Beziehungsdrama vorprogrammiert?

Jeder hat seinen Rhythmus

In den letzten Wochen arbeite ich immer häufiger bis spät in die Nacht. Nicht weil ich das muss, sondern weil ich es will. Ich liebe es am Abend, wenn meine Family im Bett ist, einfach nur Zeit für mich zu haben. Hier kommen mir auch die besten Ideen in den Sinn und bin hochgradig kreativ. Es sprudelt förmlich nur so aus mir heraus! In der Nacht stört mich keiner, ich brauche keine Fragen, Telefonate und Mails zu beantworten, nicht zu kochen, putzen oder einzukaufen. Das würde ja eh die sich einen erholsamen Schlaf wünschen stören. Aus gesellschaftlicher Sicht laufen wir Gefahr schon bald ein Beziehungsdrama zu haben, weil sich unsere Bedürfnisse zu weit auseinander bewegen.

Mein Mann ist da ganz anders. Er ist der typische Frühaufsteher der am liebsten auch am Wochenende um 5 Uhr morgens aufstehen und um halb sechs nach einer schnellen Tasse Kaffee den actionreichen Tag starten würde. Schlafengehen tut er meist so gegen 22 Uhr, wobei (Achtung kleine Randbemerkung!) er um 20:30 Uhr bereits die nötige Bettschwere hätte um sich in die Waagerechte zu begeben. 

Ich habe mir vorgenommen unter der Woche um 5 Uhr mit meinem Mann aufzustehen, mit ihm Kaffee zu trinken um dann 30 Minuten später, wieder die völlige Ruhe im Haus zu geniessen bis die Kinder aufstehen. Nicht selten habe ich dann erst 3-4 Stunden geschlafen. Wahnsinnig? Ungesund? Fragst du dich jetzt? Ja könnte sein, doch ich gebe ehrlich zu, dass ich am Mittag gerne ein längeres Nickerchen mache, um mir meinen restlichen Schlaf zu holen. Auch passiert es mir regelmassig, dass ich nach dem Abendessen auf dem Schoss meines Mannes einschlafe. Doch wenn wir dann ins Bett gehen, bin ich wieder hellwach und meine kreative Zeit beginnt. Häufig versuche ich (und meist bleibt es bei einem Versuch 🙂 ) dann neue Ideen und Konzepte mit meinem Mann zu besprechen, die er jedoch meist nur halbpatzig mitbekommt, da er beim zuhören einschläft. Da ich es von ihm nicht anders kenne und ich respektiere, dass seine produktive Zeit nun mal nicht am Abend ist, warte ich bis er eingeschlafen ist und stehe dann wieder auf. In meinem Pyjama setze ich mich an den Computer, lies ein Buch oder reflektiere einfach den Tag. Warum ich nicht einfach von vorn herein auf bleibe, fragst du dich? Na weil mein Mann und ich das gemeinsame Kuscheln und bei einander sein geniessen. Er schläft durch meine Anwesenheit und beruhigenden Stimme seelenruhig ein und ich empfange durch die Gefühle die in der Zweisamkeit entstehen neue Ideen! So haben wir beide etwas davon. 

Anders sein und trotzdem die Bedürfnisse decken können

In den Anfängen unserer Beziehung kam es häufig an den Wochenenden zu Spannungen zwischen uns. Er als Tagaktiver betrachtete das Ausschlafen als Zeitverschwendung, wohingegen ich es als Nachtaktive als Verschwendung empfand auch an den Wochenenden früh ins Bett zu gehen. Kaum brach der Tag an, stand er auf und wurde aktiv. Mich liess er rücksichtsvoll weiter schlafen. Nur fand ich das gar nicht so toll alleine zurück gelassen zu werden. Ich wünschte mir ihn bei mir zu haben, mit ihm aufzuwachen und den Tag gemeinsam zu beginnen. Unter der Woche geht jeder seinen Trott und die Zeit zu Zweit ist besonders am Morgen sehr knapp und so wünsche ich mir diese Zeit wenigstens am Wochenende miteinander zu geniessen.
Nicht selten war mein „Guter-Laune-Pegel“ bereits im Keller, wenn ich die Augen aufmachte und er nicht mehr bei mir war. Wenn ich dann noch aufstand und in die Küche ging, um mir einen Kaffee zum wachwerden zu machen und er im vollen Saft um mich herum sprang war der Kessel geflickt! Er verstand nicht wieso man den Morgen einfach so verschlafen sollte und den Tag für gemeinsame Aktivitäten nutzte und mir fehlte seine Nähe. Wir hatten beide das selbe Bedürfnis: Die Zweisamkeit! Jeder nur auf eine unterschiedliche Art und Weise.

Es gibt immer eine Lösung

Heute nehmen wir Rücksicht auf die Bedürfnisse des Anderen. An den Wochenenden ist er zwar meist vor mir wach, doch er bleibt bei mir. Er holt sich häufig Unterlagen die er zu bearbeiten hat ins Bett, arbeitet an seinem Laptop oder liest ein Buch. Ich geniesse es ausserordentlich ihn einfach nur neben mir zu haben, während ich noch ein wenig weiter döse. Den Kaffee trinken wir gemeinsam im Bett und philosophieren dabei über Gott und die Welt und neue Ideen. Wenn wir dann aufstehen, bin auch ich im vollen Safte und der Tag mit viel Action kann beginnen…

Es ist das aufeinander Zugehen, welches die Beziehung stärkt und Raum für die Bedürfnisse des Anderen gibt. Dies verhindert Beziehungsdrama zu verursachen und stärkt das Verständnis für einander. Nur weil es unterschiedliche Typen von Menschen gibt, heisst es nicht, dass sie nicht die selben Bedürfnisse haben. Es hilft einer Beziehung sehr, die Bedürfnisse des anderen und sich Selbst zu kennen und einen Weg zu finden, wie beide diese gedeckt bekommen ohne sich dabei verbiegen zu müssen.


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Stephanie Steer

Stephanie Steer

Ich mache Dinge gerne "my Way" und deshalb habe ich auch keine Ahnung wie ein "normaler" Blog verfasst, gelayoutet oder vermarktet wird und es ist mir auch schnurzpiep-egal! Mit meinen Zeilen möchte ich die Leser dazu ermutigen anders und aussergewöhnlich zu denken, Dinge so zu machen wie es ihnen gefällt und dabei Spass zu haben. Ganz nach dem Motto: "Ich bin ich, wenn ich, ich sein kann!"

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